In jedem Ausbildungsjahr finden 10 Wochenendseminare statt; darunter ein künstlerisch ausgerichtetes, mehrtägiges Kompaktseminar (z.B. Holz- und Steinbildhauerei).
Eine detaillierte Aufstellung der einzelnen Seminarthemen erhalten die Teilnehmer*innen zu Beginn eines jeden Ausbildungsjahres. Inhaltlich stehen jedoch folgende Schwerpunkte im Fokus:
1. Ausbildungsjahr (Grundlagenphase)
- Selbsterfahrung als Kernstück des ersten Ausbildungsjahres
- intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie
- Essentials der Kunsttherapie (Historische Entwicklungslinien und Ansätze der Kunsttherapie, bildungs- und berufspolitische Verortung, Bildtheorie & Bildpraxis, kunsttherapeutische Konzepte, Interventionen und Prozesse, Kunsttherapie & Trauma, Mentalisierungskonzept in der Kunsttherapie)
- umfassende Materialkunde/Materialerfahrung
- Kennenlernen und Erproben verschiedener kunsttherapeutischer Methoden
- Einführung in die kunsttherapeutische Bildbetrachtung und Bildbesprechung
- Grundlagen der Traumaforschung: Neurobiologie und Trauma
- Grundlagen der Bindungstheorie (Bindungstypen, Bindungsstörungen, Bindung und Trauma) & Selbstexploration
- Arbeit mit Märchen, Mythen & Archetypen in der Kunsttherapie
- Exkurs: Arbeit am Tonfeld ® nach Prof. Deuser
Für das Abschlusszertifikat:
- Bilden der therapeutischen Intervisionsgruppen (Kleingruppenarbeit)
- Beginn der lehrtherapeutischen Einzeltherapie und Supervision wird empfohlen
2. Ausbildungsjahr (Aufbauphase)
- Fortsetzung der intensiven Selbsterfahrungsarbeit
- Kennenlernen der wichtigsten psychischen Störungsbilder nach ICD 11 in Verbindung mit der praktischen Anwendung kunsttherapeutischer Methoden bei diesen Störungsbildern vom 2.-4. Ausbildungsjahr (Angst- und Panikstörungen, Essstörungen, Depression, Schmerz und psychosomatische Störungen, PTBS, Dissoziative Störungen, NEU: Partielle dissoziative Identitätsstörung)
- Praktische Grundlagen traumatherapeutischen Arbeitens (kunst- und körperorientierte Methoden zur Stabilisierung und zur Ressourcenarbeit (Anteile-Arbeit, SIST-Methode nach Peggy Kielhorn, 4-Felder-Technik)
- Einführung in die traumasensible Arbeit mit inneren Anteilen & Kunsttherapie (Transaktionsanalyse , Ego-State-Therapie, PITT nach Luise Reddemann, IFS nach Richard Schwartz)
- Klientenzentrierte Psychotherapie nach Carl Rogers: Einführung in die Arbeit mit Focusing und Kunsttherapie
- Begleitetes Ausdrucksmalen nach Laurence Fotheringham
- Künstlerische Kompakttage: Grundlagenkurs Holzbildhauerei
- Exkurs: Lösungsorientiertes Malen (LOM) nach Bettina Egger
Für das Abschlusszertifikat:
- Bilden der therapeutischen Intervisionsgruppen (Kleingruppenarbeit)
- Beginn der lehrtherapeutischen Einzeltherapie und Supervision
- Beginn des kunsttherapeutischen Praktikums wird empfohlen
3. Ausbildungsjahr (Vertiefungsphase)
- Anwendung traumasensibler Körperarbeit in den künstlerischen Therapieformen (Polyvagaltheorie nach Stephen Porges, Somatic Experiencing nach Peter Levine u.a.)
- Kennenlernen weiterer kunsttherapeutischer Praxisfelder: KT bei Alter und Demenz, KT im Justizvollzug, KT in der Onkologie
- Rezeptive Kunsttherapie – das Museum als (kunst-)therapeutisch wirksamer Ort
- Einüben der Therapeuten-Klienten-Interaktion und Auseinandersetzen mit der eigenen therapeutischen Grundhaltung
- Übertragung, Gegenübertragung, Widerstand und andere Prozesse in der Therapeuten-Klienten-Beziehung
- Multimodale Therapiesettings in der kunst- und traumatherapeutischen Arbeit mit Erwachsenen (Wechsel zwischen Körper- und Bildebene mit Aufstellung, Leere-Stuhl-Technik u.a. gestalttherapeutischen Methoden)
- kunst- und körpertherapeutische Zugänge in der therapeutischen Arbeit mit Wut, Scham und Schuld
- Kunsttherapeutische Bildbetrachtung und Bildbesprechung – Vertiefung
- Kunsttherapeutische Maskenarbeit & Performance
- Künstlerische Kompakttage: Grundlagen der Steinbildhauerei
Für das Abschlusszertifikat:
- Abgabe der Facharbeit (Ende 3. Ausbildungsjahr)
- Fortsetzung der therapeutischen Intervisionsgruppen (Kleingruppenarbeit)
- Fortsetzung der lehrtherapeutischen Einzeltherapie und Supervision
- Fortsetzung bzw. Beginn des kunsttherapeutischen Praktikums
4. Ausbildungsjahr (Prüfungsphase)
- Systemische Ansätze & Kunsttherapie: IFS – Internal family system – Arbeit mit inneren Anteilen nach G. Schwartz / Genogrammarbeit und transgenerationale Weitergabe von Traumata
- Kunsttherapeutische Bildbetrachtung und Bildbesprechung (Vertiefungs- und Praxisseminar mit therapeutischen Übungssettings)
- Traumapädagogik, Traumatherapie & Kunsttherapie mit Kindern und Jugendlichen
- Kunsttherapie und Psychodrama in der Arbeit mit Gruppen
- Kunsttherapie bei Abschied und Trauer
- Exkurs: Therapeutisches Sandspiel nach Dora Kallf & Einführung in die Progressiv therapeutische Spiegelbildmethode nach Benedetti & Peciccia
- EMDR-Ausbildung (mit Abschlusszertifikat „EMDR-Choach/EMDR-Therapeut*in“)
Für das Abschlusszertifikat:
- Abgabe der Abschlussarbeit
- Fortsetzung der therapeutischen Intervisionsgruppen (Kleingruppenarbeit)
- Fortsetzung der lehrtherapeutischen Einzeltherapie und Supervision
- Fortsetzung des kunsttherapeutischen Praktikums
- persönliche Abschlusspräsentation (Graduierung)