Unser Ausbildungskonzept

Wertvolle Zeit zur Entschleunigung und Professionalisierung

Unsere 4-jährige berufsbegleitende Ausbildung setzt entgegen dem aktuellen Beschleunigungs- und Verkürzungstrend vieler anderer Institute genau auf das Gegenteil: Der Langsamkeit Raum geben. Unser Ausbildungskonzept ist bewusst nicht als kurze Intensivausbildung angelegt. Professionelles therapeutisches Handeln braucht Zeit, um sich zeigen und wachsen zu können. Mit unserer berufsbegleitenden Kunsttherapieausbildung geben wir unseren Teilnehmern vier Jahre Raum und Zeit, um sich zu einer individuellen Therapeutenpersönlichkeit zu entwickeln und professionell mit Klienten arbeiten zu können.

Integratives Ausbildungskonzept

Die Ausbildung vermittelt eine integrative Kunsttherapie in Theorie und Praxis vor dem Hintergrund psychoanalytischer bzw. tiefenpsychologischer Theorien sowie humanistischer Psychologie. Die Methoden und Arbeitsweisen der Traumatherapie und Körperpsychotherapie spielen im Ausbildungscurriculum eine zentrale Rolle. Angrenzende kreative Therapieformen bzw. psychotherapeutische Verfahren wie Psychodrama, Tanz-, Musik- und Schreibtherapie bereichern und vervollständigen das integrative Seminarangebot.

Kombination von Kunsttherapie, Traumatherapie und Körperpsychotherapie als Ausbildungsschwerpunkt

Die aktuelle Traumaforschung zeigt, dass sich hinter zahlreichen Diagnosen von psychischen und somatoformen Störungen frühe Traumatisierungen verbergen und deshalb anders begleitet werden müssen. Da Abbildungen im Gehirn, die frühen traumatischen Einflüssen unterliegen, nur bildhaft und im Körpergedächtnis gespeichert sind, können frühtraumatisierte Patienten auch nur über die Körper- und Bildebene effektiv erreicht werden. Sie benötigen also andere therapeutische Interventionen. Kreative Medien und körperorientierte Verfahren eignen sich aus diesem Grund hervorragend zur Stabilisierung von traumatisierten Menschen und sind in einem multimodalen Setting geeignete Hilfsmittel für die Bearbeitung und Auflösung von Traumata.

Ganzheitliche Lernprozesse

Die Lernprozesse sind erfahrungsorientiert und schließen die eigene künstlerische Entwicklung und Selbsterfahrung ein. Die Theorieseminare vermitteln den Teilnehmenden einen grundlegenden Einblick in verschiedene therapeutische Schulen sowie den Umgang mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Die Vermittlung der Seminarinhalte geschieht immer im Wechselspiel zwischen theoretischen Anteilen, künstlerischer bzw. kunsttherapeutisch-methodischer Arbeit sowie Einbeziehung persönlicher Erkenntnisprozesse im Sinne einer begleiteten Selbsterfahrung.

Feste Ausbildungsgruppe als Schutzraum für Selbsterfahrung und gruppendynamische Prozesse

Eine feste, kontinuierliche Ausbildungsgruppe über vier Jahre hinweg bietet einen stabilen Begegnungs- und Erfahrungsraum, um die Ergebnisse von individuellen Erfahrungs- und Lernprozessen nachhaltig in die Persönlichkeit zu integrieren. Den inneren Bildern und Lebensthemen auf die Spur zu kommen braucht einen angemessenen Zeit- und Schutzraum. Aus diesem Grund nimmt die Selbsterfahrungsarbeit einen großen Teil im Ausbildungsgefüge ein, weil vor allem die Begegnung und der produktiv reflektierte Umgang mit den eigenen Lebensthemen eine grundlegende Voraussetzung für eine offene, freie und professionelle Begegnung mit zukünftigen Klienten ist. Außerdem besteht für jede Ausbildungsgruppe das Angebot, an den Seminarwochenenden kostenfrei im Seminarhaus zu übernachten. Auch das unterscheidet unser Konzept von vielen anderen Anbietern. Die Ausbildungsgruppe muss sich nach Ende des Seminars nicht auflösen, weil jeder Teilnehmer in sein selbst organisiertes Übernachtungsquartier aufbrechen muss. Wir sind davon überzeugt, dass es eine persönliche Bereicherung für jeden Einzelnen ist, ein Seminarwochenende als in sich geschlossene Erfahrungseinheit im geschützten Rahmen erleben zu dürfen und an den gruppendynamischen Prozessen innerlich zu wachsen.

Während die Jahrgangsgruppe über den gesamten Ausbildungszeitraum hinweg konstant bleibt, wechseln die Lehrenden, um einerseits ein möglichst breites inhaltliches Ausbildungsspektrum anbieten zu können und andererseits die Teilnehmenden mit verschiedenen Therapeutenpersönlichkeiten in Kontakt zu bringen.